Denkmalslokomotive Anziehungspunkt in Salzbergen

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Heimatverein übernimmt Denkmal von den Eisenbahnfreunden

Foto: Schlüsselübergabe an den Heimatverein. V.l.n.r.: Bürgermeister Andreas Kaiser, Lüdiger Liehmann, Heinrich Bertels, Karl-Heinz Wilde, Manfred Gude und Hubert RausingFoto: Schlüsselübergabe an den Heimatverein. V.l.n.r.: Bürgermeister Andreas Kaiser, Lüdiger Liehmann, Heinrich Bertels, Karl-Heinz Wilde, Manfred Gude und Hubert Rausing© Gemeinde SalzbergenZur Erinnerung an die große Zeit der Dampflokomotiven, die Bedeutung Salzbergens als Eisenbahnknotenpunkt sowie auch an den Beginn der wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde, wurde im September 1978 die letzte aktive Dampflok der Deutschen Bundesbahn mit der Betriebsnummer 043 196-5 im Bahnhofsbereich heimisch. Die Anschaffung und Aufstellung der im Jahre 1942 bei der Firma Krupp in Essen gebauten Lokomotive wurde in erster Linie durch Spendengelder finanziert.

„Wir gewöhnen uns das Rauchen ab“, so lautetet ein Werbespruch der Deutschen Bahn (DB) in den sechziger Jahren. Aber wie bei einem altgewohnten Raucher währte die totale Abstinenz nur wenige Jahre, von der Außerdienststellung der letzten Dampflokomotive im Jahre 1977 – so geschehen auch mit der „Salzbergener Lok“ am 23. Oktober 1977 - bis zu den Probefahrten der ersten DB-eigenen Museumslokomotiven.

Im Salzbergener Bahnhofsbereich faucht und zischt die Lok allerdings nicht mehr, erfreut aber dennoch viele nostalgiebegeisterte Besucher aus nah und fern und hat sich zu einem echten touristischen Anziehungspunkt entwickelt.

Die seinerzeit aufgestellte Denkmalslok – sie schaffte zu aktiver Zeit laut Betriebsbuch eine Geschwindigkeit vorwärts von 80 km/h und rückwärts von 50 km/h - hatte allerdings ein großes Manko: sie verfügte nicht über eine Überdachung und so wunderte es nicht, dass der Rost schon einige Jahre später ganze Arbeit geleistet hatte und ernsthaft überlegt wurde, den 128 Tonnen schweren Koloss aus dem Ortsbild zu entfernen.

Glücklicherweise traf sich im Jahre 1990 zunächst im lockeren Zusammenschluss eine zwölfköpfige Gruppe um Sprecher Gärtnermeister Hermann Möller, die fest entschlossen war, die Denkmalslok für Salzbergen zu erhalten. 1991 wurde der Verein „Eisenbahnfreunde Salzbergen e.V.“ gegründet und schon ein Jahr später wurde die Lok durch den Verein für den obligatorischen Preis von 1,10 Deutsche Mark von der Gemeinde gekauft.

Nun begannen die eigentlichen Rettungsarbeiten für das Denkmal im Bahnhofsbereich. In über 2.500 ehrenamtlichen Arbeitsstunden sowie mit Unterstützung des Arbeitsamtes, das eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme genehmigte, wurde die Denkmalslok komplett saniert, mit neuen Blechen versehen und gestrichen. Dank der Fördermittel des Landkreises, der Gemeinde, des schon immer mit den Eisenbahnfreunden stark verbundenen  Heimatvereins und einiger Betriebe konnte auch eine Überdachung erstellt werden und somit das Kulturgut auf Dauer für Salzbergen erhalten bleiben.

Zur Anlage gehören zudem eine alte Signalanlage, ein Wasserkran, ein Richtungsanzeiger, eine original Bahnhofsuhr und in einiger Entfernung ein sog. „Ein-Mann-Bunker“ aus dem Zweiten Weltkrieg.

Nach nunmehr 43 Jahren am Heimatstandort Salzbergen wechselt die Denkmalslok wegen Auflösung des Vereins der Eisenbahnfreunde den Besitzer. Satzungsgemäß ist die Denkmalslok an den Heimatverein Salzbergen übergegangen, der sich zukünftig - auch zur Freude von Bürgermeister Andreas Kaiser - um den Erhalt der Sehenswürdigkeit im Bahnhofsbereich kümmert.

In einer kleinen Feierstunde im Heimathaus zur offiziellen Übergabe der Lok bedankte sich Lüdiger Liehmann als Vorsitzender des Heimatvereins bei den ehemaligen Mitgliedern der Eisenbahnfreunde für deren jahrzehntelanges Engagement zum Erhalt des Denkmales. Er wies darauf hin, dass der Heimatverein diese Aufgabe gerne übernimmt, aber bei der Finanzierung von notwendigen Arbeiten auf Unterstützung von außen angewiesen sei. Ebenso freue man sich auf jedermann, der aktiv an der Erhaltung dieses Denkmales Spaß und Freunde hat.


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